Basilika-Wappen

.

Weihnachten
tn150x_deutschlandflagge-nicht-animiert-55x34
tn150x_englandflagge-nicht-animiert-55x34
tn150x_frankreichflagge-nicht-animiert-55x34

 

Weihnachtliche Gedanken zu 3 Bildern

von Dr. Rolf Dillschneider,

Rektor der Basilika St. Johann

Mir träumte, ich sei Martin Heidegger begegnet Wie bitte? Kennen
Sie nicht!!

Martin Heidegger starb 1976. Ein Philosoph. Sie nannten ihn „Der
König der Philosophen in Deutschland" oder„Der Zauberer von
Meßkirch".

Wie gesagt: Mir träumte, ich sei ihm begegnet auf einem der
verschwiegenen Feldwege hoch oben auf dem Saargau, zwischen
Ittersdorf und Düren und Leidingen.

Es war ein herbstlicher Morgen, die frühen Nebel lagen noch schwer
über den buckligen Feldern mit ihren knorrigen Bäumen, die wir
unverwüstliche Ahnen vergangener Zeiten hinüber in das weite
Lothringer Land blicken. Wir begegneten uns und kamen ins
Gespräch. „Ein Weg ist immer wie eine unendliche Reise zwischen
Nichts und Fülle", höre ich.

Ich erinnerte mich an sein Buch „Holzwege" und sprach ihn darauf
an. Immerhin haben wir den „Meister der Sprache" gelesen, mehr
noch, studiert, damals in Theologiestudiumszeiten.

„Im Denken unterwegs, nicht zielgerichtet, in Bewegung doch
gelassen".

Der Feldweg wurde für Martin Heidegger zum unvergessenen
Symbol.

„Die Weite aller gewachsenen Dinge, die um den Feldweg verweilen,
spendet Welt”, sagt Heidegger. Dies aber nur, solange wir sie
unangetastet wachsen liegen und die Ruhe und Schönheit der
Landschaft nicht ihrer Ursprünglichkeit enteigneten, indem wir sie
nach und nach zubetonierten.

Jedem, der auf dem Feldweg geht, trägt er das Seine zu.
Der Wanderer erfährt durch den Feldweg Zuspruch.
Dies bedarf des Zuhörens.

Der Philosoph lässt uns teilhaben an seinen Einsichten aus dem
Zuspruch des begangenen Feldweges.
Dieser Zuspruch, so Heidegger, erwecke einen Sinn, der das Freie
liebt und wo sogar noch die Trübsal in eine letzte Heiterkeit
überspringt.
„Die wissende Heiterkeit ist ein Tor zum Ewigen".

Von Heidegger sagt man, das Fragen sei seine Leidenschaft gewesen, nicht das Antworten.

Was und Wer ist der Mensch?

Zu dieser Weihnacht und in den letzten Tagen des alten Jahres im
Blick hinüber in die unbekannte, neue Zeit,
schauen wir zur eigenen Meditation auf
drei Bilder,
vor uns ausgebreitet, mit Worten unterlegt:

zurück zur Startseite

Weihnachten1

Wanderer Gott * Wanderer Mensch.

Vielfältig sind auch unsere „Feldwege".

Es geht bergauf und führt bergab, bisweilen gefahrenvoll.
Manchmal gibt es Halte-Punkte, zum sicheren Weitergehen.

Wie mühsam und gefahrenvoll waren die Wege des Volkes Israel
durch die Wüste.
Wie verheißungsvoll erlebte Maria ihren Weg zu Elisabeth im
Bergland von Juda.
Welche Ungewissheit begleitete Maria und Josef zur Volkszählung,
hinauf nach Judäa, in die Stadt Davids, die Bethlehem heißt.

Wie schmerzlich war gewiss jene Erfahrung, abgewiesen zu sein,
kein Dach über Kopf und Seele zu finden  für die Stunden
bevorstehender Geburt.

Und der Weg endet in einem Stall, bei den Tieren, ihrem Futter und
ihrem Mist

  • Der Gottessohn kommt zur Welt.

Und die Botschaft verbreitet sich unter allen, die irgendwo
nächtigen und wachen und unterwegs sind:
„Kommt, wir gehen nach Bethlehem".
„So eilten sie hin und fanden Maria und Josef und das Kind, das in
der Krippe lag".

Ihre „Feldwege" enden nach der Dunkelheit im Licht
Sie alle schauen sprachlos auf den Ort der Geburt.
Josef, der stille und wortkarge Mann, spürt, das Geheimnis der
Menschwerdung Gottes kann nicht bei sich bleiben.

 

zurück zur Startseite

Weihnachten2

Schon ist jemand mittendrin, zwischen Maria und dem
Neugeborenen und ihm, dem Josef
ein Gebeugter, ein leidender, müde von beschwerlichen Wegen,
kauernd in bleierner Trauer.

Die zupackenden Hände von Josef möchten den Angekommenen
in die Nähe von Mutter und Kind rücken:

Du gehörst heute dazu, nein, nicht nur heute.

Und es kommen immer mehr aus aller Herren Länder:
Weise, Kluge und Reiche.

Das „Abenteuer Mensch" zieht alle zur Krippe.
Wanderer Mensch zu Wanderer Gott, der gerade angekommen ist in dieser buckligen und dunklen Welt
Bethlehem ist Begegnung und Einladung, den eigenen „Feldweg" zu suchen über Stufen hinauf und hinab zum Menschen hin und auch

zu Gott.

zurück zur Startseite

Weihnachten3

Wanderer Mensch * Wanderer Gott !

Vielfältig sind unsere Lebenswege mit den Weg-Kreuzen, den
bedenklichen und schmerzlichen,
mit den Wendemarken und den ermutigenden Gesten, weiter zu
gehen, ja durchzuhalten, den Wanderstab des Glaubens nicht zu
vergessen.

Nicht immer, wie unser Bild es beweist, ist der Weg leichtfüßig und
beschwingt.
Achtsamkeit ist angesagt.
Da heißt es, achten auf den Weg, achten auf sich selbst, achten auf
den möglichen Zuspruch des Weges und achten auf den leise
vernehmbaren Zuspruch Gottes:
Alle naturgegebene Beschwernis vermag auch zu einer achtsamen,
gelassenen Heiterkeit überzuspringen...!

Weil am Ende Deines „Feldweges" Gemeinschaft wartet,
Gastfreundschaft, Geborgenheit und Angenommensein, Brot und
Wein, ja Bethlehem.

 

zurück zur Startseite